Der Lebenslauf meines
BMW/EMW 340

Freie Fahrt für alte Liebe...

- oder wie aus einem EMW wieder ein BMW wurde...

logos

Einer acht´s,
der andere betracht´s,
der dritte verlacht´s,
was macht´s.


INHALTSVERZEICHNIS:

  • 1. Allgemeine Fahrzeugdaten
  • 2. Der Lebenslauf, was der KFZ-Brief so verrät
  • 3. Die Diagnose: ...erschreckend!!!
  • 3.1. Karosserie und Rahmen
  • 3.2. Die Diagnose der Achsen
  • 3.3. Das Interieur
  • 4. Die Restauration, Arbeit mit Herz und Hirn
  • 4.1. Die Karosse, Arbeit für die Profis
  • 4.2. Die Achsen und was sich noch so bewegte...
  • 4.3. Der Chrom und was davon noch übrig war...
  • 4.4. Der Motor, Tummelwiese für einen Maschinenbauer
  • 4.5. Das Interieur, Arbeit für´s tapfere Schneiderlein!
  • 5. Der momentane Istzustand
  • 6. Die Zeitschiene

  • 1. Allgemeine Fahrzeugdaten

    Auf dem Chassis des BMW 321 basierte der ab 1949 produzierte 340. Er verfügte über die modernisierte Karosserie des BMW 326, die jetzt formal an den englischen Bristol erinnerte. Der Vorderwagen präsentierte sich komplett neu, Heck und Interieur waren überarbeitet worden. Genau wie beim 326 blieb es bei der geteilten Frontscheibe. Die Leistung des 2,0 Liter Wagens stieg gegenüber dem 326 um 5 PS. Ende 1949 verließen die ersten 250 Wagen das Werk, nachdem im Vorjahr ein Langstrecken-Test mit zehn Prototypen erfolgreich verlaufen war. Zwischen 1949 und 1951 dürften knapp 8000 Einheiten entstanden sein (incl. 166 E. Kübelwagen 325-3,.31 Kombi 340-7, 355 Sanitätswagen 340-4, 400 Chassis 340-5, 664 Lieferwagen 340-3 und 6 Rechtslenker - Limousinen 340-2. Der Preis lag bei 15.350,- Ost-Mark (dafür hätte man damals auch ein Haus kaufen können!).

    Quelle: Typenkompaß/Eberhard Kittler

    Technische Daten

    Limousine, 4 türig
    Radstand 2870 mm
    Spur 1300/1400 mm
    Gesamtmaße 4600 x 1730 x 1630 mm
    Reifen 5,50 - 16 oder 5,75 - 16
    Felgen 3,5 D x 16
    Bodenfreiheit 200mm
    Wendekreisdm. 12 m
    Leermasse 1280 kg
    Zul. Gesamtmasse 1700 kg
    Höchstgeschw. 120 km/h
    Verbrauch 13 Liter / 100 km
    Kraftstofftank 65 Liter (hinten)
    Zylinderzahl 6 (Reihe)
    Bohrung x Hub 66 x 96 mm
    Hubraum 1971 ccm
    Leistung 55 PS (40kW) bei 3750 / min
    Drehmoment 110 Nm bei 2500 / min
    Verdichtung 6,1 : 1
    Vergaser 2 Fallstromvergaser (BVF F 323-1)
    Ventile hängend, seitliche Nockenwelle (ohv)
    Kühlung Pumpe / 9 Liter Wasser
    Schmierung Druckumlauf 4,5 Liter Öl
    Batterie 6 V 84Ah
    Lichtmaschine Gleichstrom 130 Watt

    zurück zum Inhalstverzeichnis:


    2. Der Lebenslauf, was der KFZ-Brief so verrät


    _ DatumOrt
    I. Sept. 1951 Berlin, Zulassung als BMW
    II: Aug. 1957 Erfurt
    III. Okt. 1958 Gotha
    IV. Mai 1963 Neue Karosse, IFA - Karosserie - Werke - Halle
    Zulassung als EMW
    V. März 1966 Ilmenau
    VI. März 1968 Schmalkalden
    VII. Feb. 1977 Ilmenau
    VIII. Aug. 1984 Ilmenau
    IX. Okt. 1986 Oranienburg
    X. Dez. 1989 Oranienburg
    XI. Aug. 2001 Restauration zum EMW340-2
    XII. ENDE ...nicht in Sicht :-)

    zurück zum Inhalstverzeichnis:

    3. Die Diagnose: ...erschreckend!!!

    Oder der erbarmungslose Kampf gegen die "braune Pest"

    3.1. Karosserie und Rahmen


    Alles über das Blechkleid und Rückgrat meines Autos. Um den Text nicht ins unendliche zu ziehen, werden die folgenden Abschnitte in Stichworten fortgesetzt.

    Kotflügel vorn: Durchgerostet und verbeult
    Teilweise gespachtelt
    Bleche aufgeschweißt (Patchwork ohne Ende)
    Kotflügel hinten: Durchgerostet und verbeult
    Tankdeckel zugeschweißt
    Spachtelmasse in Hülle und Fülle
    Kofferraum: Hintere Wasserkante weggerostet
    Rechtes und linkes Radhaus durchgerostet
    Bodenblech durchgerostet
    Türen (Selbsmördertüren): Alle unterhalb durchgerostet
    Teilweise verbeult
    Scharniere verbogen
    Trittbretter durchgerostet und abgerissen
    Chromteile: Durchgerostet und verbeult oder verbogen
    Rostnarben waren das geringste
    Stoßstangen waren verbeult und grauer Farbe lackiert
    Rahmen: Querträger hinten durchgerostet und verbeult
    Achsanschläge weggerostet
    Hilfsrahmen hinten durchgerostet
    C-Säule durchgerostet oder sogar weggerostet

    zurück zum Inhalstverzeichnis:


    3.2. Die Diagnose der Achsen


    Vorderachse Alle Buchsen ausgeschlagen
    Alle Bolzen eingelaufen
    Blattfeder festgerostet
    Kanäle der Zentralschmieranlage zugerostet und verstopft
    Stoßdämpfer undicht und ausgeschlagen, Lager verrostet
    Lenkung ausgeschlagen und undicht
    Reifen porös
    Bremsen verschlissen und fest
    Bremszylinder undicht und festgerostet
    Hinterachse: Bremsseile festgerostet und Befestigungen abgebrochen
    Radlager ausgeschlagen
    Sonst siehe Vorderachse
    Der Motor,
    eine Frage des Taktes:
    Motorblock gerissen
    Laufbuchsen eingelaufen
    Kolben verschlissen
    Lagerschalen eingelaufen/gefressen
    Starterkranz gefressen
    Pleuellager ausgeschlagen
    Ventile und V.- Führungen ausgeschlagen
    Wasserkanäle verkalkt, zugerostet
    Ölwanne undicht
    Steuerkette verrostet
    Wasserpumpe fest
    Verteiler verrostet
    Spaltfilter fehlt
    Vergaser ausgerissen/undicht
    Abgaskrümmer durchgebrochen
    Nockenwelle mit Pittingbildung und Rost
    Ölüberdruckventil defekt
    Ölpumpe ausgeschlagen
    Magnetschalter verbrannt
    Kraftstoffpumpe -... Membran porös, gerissen
    Wasserkühler undicht

    zurück zum Inhalstverzeichnis:


    3.3. Das Interieur


    Einer der wenigen Pluspunkte, die Kommandozentrale war komplett erhalten! Die Bezugsstoffe waren jedoch in keinster Weise zu gebrauchen Kurz und gut, Luft pumpen und los fahren war also nicht drin.

    Spaß bei Seite, bei solch einer Diagnose gab es nur ein Motto: Niemals aufgeben!!!


    zurück zum Inhalstverzeichnis:


    4. Die Restauration, Arbeit mit Herz und Hirn


    Die Restauration eines solchen Fahrzeuges sollte mit Herz und Hirn erfolgen, damit man auch nach Jahren noch seinen Spaß daran hat. Am 11.08.2001 begann ich an meinem Auto die ersten Schrauben zu lösen,...
    - wie mutig.

    Die Demontage dauerte seine Zeit und zog sich bis etwa Januar 2002 hin, es waren dann doch mehr Schrauben als ich dachte.

    zurück zum Inhalstverzeichnis:


    4.1. Die Karosse, Arbeit für die Profis


    zurück zum Inhalstverzeichnis:


    4.2. Die Achsen


    Vorderachse:

    Hinterachse:

    zurück zum Inhalstverzeichnis:


    4.3 Der Chrom und was davon noch übrig war...


    zurück zum Inhalstverzeichnis:


    4.4 Der Motor, Tummelwiese für einen Maschinenbauer!


    -und so fing ich an.

    zurück zum Inhalstverzeichnis:


    4.5. Das Interieur, Arbeit für´s tapfere Schneiderlein!


    zurück zum Inhalstverzeichnis:


    5. Der momentane Istzustand


    - Karosse - in Arbeit, p.s.: ich suche noch einen Lackierer ?!?
    - Achsen i.O.
    - Chrom i.O.
    - Motor i.O.
    - Interieur i.O.

    zurück zum Inhalstverzeichnis:/h5>
    <


    6. Die Zeitschiene


    Die Freuden die man übertreibt, verwandeln sich in Schmerzen... -und genau das trat ein. Nachdem ich die Restauration nun über ein Jahr vorangetrieben hatte, wurden langsam die Finanzen knapp. Die Karosse verschlang mehr finanzielle Mittel als zuvor eingeplant. Der oberste Leitspruch "Keine halben Sachen" sollte jedoch nicht verletzt werden. So kam es zu etwaigen Zeitverzögerungen, welche natürlich durch finanziell unkritische Reparaturen überbrückt wurden (bitte Gebissentblößungen vermeiden ).

    Da ein weiteres meiner Mottos, "die Unterschiede zwischen Reden und Handeln so gering wie möglich halten" lautet, bitte ich diese Übersicht lediglich als Prognose zu sehen. Von eventuellen Anfragen auf Hochzeitsfahrten, bitte ich vorerst abzusehen. P.s.: - und nie vergessen, das nächste Schrauberwochenende kommt bestimmt!
    Mit freundlichen Grüßen Euer Jörgi.

    zurück zum Inhalstverzeichnis: